Bundespräsident Van der Bellen im Climate Lab

‏‏‎ ‎|‏‏‎ ‎Markus Palzer-Khomenko

Bei seinem Besuch im Climate Lab hat sich Bundespräsident Van der Bellen über die Arbeit des Climate Lab informiert und mit Vertreter:innen der österreichischen Wirtschaft und Start-up Szene über Entwicklungen und Herausforderungen in der Wirtschaftswende ausgetauscht.

“Alle klugen Köpfe und fähigen Hände müssen zusammen anpacken”. Darin sind sich der Bundespräsident und das Climate Lab einig. Letzte Woche hat sich Bundespräsident Van der Bellen daher bei seinem Besuch des Climate Lab auch ein eigenes Bild von jenem Ort gemacht, wo Unternehmen, Behörden, Start-ups und Forschende gemeinsam an der Wirtschaftswende schrauben.

Der Bundespräsident zeigt sich dabei überzeugt: “Um unsere Lebensqualität langfristig zu erhalten, müssen alle klugen Köpfe und fähigen Hände zusammen anpacken. Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Gut, dass es Orte der Vernetzung wie das Climate Lab gibt, wo Unternehmen mit Klimaexperten zusammenkommen, um uns alle voranzubringen.”

Projekte zu Energiewende und Kreislaufwirtschaft vorgestellt

Über konkrete Projekte, Erfolge aber auch Herausforderungen informierte den Bundespräsidenten Climate Lab Geschäftsführerin Barbara Inmann zusammen mit Vertreter:innen wichtiger Partner-Unternehmen. Im Fokus stand dabei die “Theory of Change”, mit der das Climate Lab dort erfolgreich ist, wo klassisches Projektmanagement scheitert. Dabei werden gezielt Schlüsselinstitutionen und Personen an einen Tisch gebracht. Mit professioneller Moderation und Prozessbegleitung werden die besten Schritte zu konkreten Umsetzungen identifiziert und Projekte auf den Weg gebracht.

Konkrete Beispiele aus der Arbeit des Climate Lab durften dabei nicht fehlen. Mit Blick auf die Energiewende sprach Inmann über ein Projekt zur mobilen Energieversorgung für Baustellen und Events. Aktuell kommen dabei nach wie vor Dieselgeneratoren zum Einsatz. In Zukunft könnten Wasserstoff-Brennstoffzellen diese Rolle übernehmen. Ein Pilotversuch von Wien Energie zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Drei beim Donauinselfest 2024 brachte dazu positive Ergebnisse und Erfahrungswerte.

Wichtige Erfahrungswerte brachte auch das Programm rund um die Wiederaufbereitung von Matratzen. Das Beispiel gilt als Blaupause, wie die zirkuläre Transformation eines Sektors und einer Produktgruppe gelingen kann. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen braucht es dazu auch die passenden Geschäftsmodelle und einen entsprechenden “Mindshift” in den Unternehmen. Mit der Matratzen Recycling Anlage des Joint Ventures Loop-It von Neveon und Brantner Green Solutions kann hier jedenfalls auf einen ganz konkreten Erfolg verwiesen werden. Die Anlage ist bereits in Betrieb und kann in der höchsten Ausbaustufe fast die Hälfte der rund 1 Million Matratzen, die in Österreich jährlich anfallen, aufnehmen und weiterverarbeiten.

Wirtschaftswende als Chance in der Standortfrage

Dass in der nachhaltigen Wirtschaftstransformation auch eine enorme Innovationskraft steckt, beweisen die ausgewählten Start-ups, welche die Climate Lab Community vertreten. So hat Hempstatic ein Produkt zur Schalldämmung entworfen, das aktiv CO2 bindet. Das Unternehmen setzt dabei auf schnell wachsende Pflanzen als Ausgangsstoff. Das Start-up 2nd Cycle hat sich wiederum auf einen automatisierten Prozess zur Wiederaufbereitung von PV-Modulen spezialisiert. Mit Concular sitzt auch der – nach eigenen Angaben – Marktführer für zirkuläre Bauteile im deutschsprachigen Raum mit am Tisch. Das Unternehmen beweist, dass zirkuläre Geschäftsmodelle bereits heute erfolgreich sein können.

Gerade zeigen internationale Krisen auch, wie verwundbar unsere Lieferketten sind. Im Climate Lab wird daran gearbeitet, diese Abhängigkeiten zu reduzieren, etwa durch einen verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Resilienz und zur Stärkung des heimischen Wirtschaftsstandortes.

Ideen aus Österreich für Österreich

Dass Österreich ein Land voller Ideen und Lösungen ist, zeigt auch die Wanderausstellung der Zukunftsallianz. Für die Initiative des Klimavolksbegehrens saß Andreas Koehazy mit am Tisch und hatte anlässlich des hohen Besuchs auch Teile der Wanderausstellung mit im Gepäck. Die Zukunftsallianz hat sich ein Jahr lang mit Menschen aus ganz Österreich unterhalten und Ideen und Best-Practice Beispiele aus Österreichs Gemeinden gesammelt.

An 5 Stationen zeigt die Wanderausstellung nun, was in Österreich heute schon möglich ist. Mit dem Projekt „wandert“ die Zukunftsallianz derzeit durch ganz Österreich, um Menschen und Gemeinden zu inspirieren und für eine bessere Zukunft zu begeistern.

Doubling Down On Climate – Climate Lab Expansion

Mit einem Blick in die Zukunft endete auch der Besuch des Bundespräsidenten im Climate Lab – und zwar ganz konkret mit einem Blick in die neuen Stockwerke des Climate Lab, die derzeit fertiggestellt werden. Auf drei weiteren Etagen steht dort ab 2027 noch mehr Platz für Klima-Innovation für Co-Working Space, Ruhezone, Seminar- und Konferenzräumen und Büros zur Verfügung.

Wir sind überzeugt, dass an einer nachhaltigen Wirtschaftswende kein Weg vorbeiführt. Unter dem Motto “Doubling Down On Climate” wollen wir deshalb unseren Einsatz verdoppeln. Alle Infos zur Expansion, Besichtigungstermine und Mitgliedschaften finden Sie hier: zur Climate Lab Exapnsion

Fotos: Klaus Ranger

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