Die Wirtschaftswende erfordert Mut und Innovation. Rot-weiß-rote Erfolgsbeispiele haben in jüngster Zeit die Förderprogramme des Klima- und Energiefonds – ein wichtiger Partner des Climate Lab – hervorgebracht. Der Klima- und Energiefonds begleitet Innovationen in zahlreichen Sektoren von der Entwicklung bis zum Markteintritt und sorgt damit auch für internationales Aufsehen. Durch die Kombination von Forschungsförderung und praxisnaher Umsetzung zeigt sich schnell die klimarelevante Wirkung. Gleichzeitig stärken die Projekte den heimischen Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb.
Grüne Ziegel aus Österreich
Der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger betreibt seit einem Jahr am Standort Uttendorf den ersten vollelektrischen Tunnelofen Europas. Dadurch konnten die CO₂-Emissionen an diesem Standort um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Der Umbau wurde durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen der FTI-Initiative „Vorzeigeregion Energie“ und des NEFI-Projekts GreenBricks gefördert. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sind auch für andere Branchen interessant – etwa für die Papierindustrie oder die Batterieproduktion, wo ebenfalls Materialien getrocknet oder gebrannt werden.
Weltpremiere für grünen Stahl
Vor kurzem erfolgte durch die voestalpine in Linz der Spatenstich für Hy4Smelt, einem Demonstrationsprojekt zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie. Ziel ist es, weltweit erstmals im industriellen Maßstab grünes Roheisen herzustellen. Die Anlage ist Teil des voestalpine-Stufenplans „greentec steel“: Ab 2027 sollen in Linz und Donawitz je ein Elektrolichtbogenofen mit Strom aus erneuerbaren Quellen in Betrieb gehen. Das Projekt baut direkt auf den Erfahrungen der HYFOR-Pilotanlage in Donawitz auf, die seit 2021 läuft. HYFOR wurde vom Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Energieforschungsprogrammes gefördert und zeigt, wie Forschung, Industrie und Energiewende in Österreich erfolgreich zusammenspielen.
Klimaneutrale Industriewärme dank Wärmepumpe
Dem japanischen Pharmakonzern Takeda gelingt es seit diesem Herbst durch den Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe für Prozessdampf, Arzneimittel fast vollständig ohne fossile Energieträger zu erzeugen. Das ist ein entscheidender Schritt in Richtung Netto-Null-Treibhausgasemissionen am Standort Wien. Das Projekt AHEAD (Advanced Heat Pump Demonstrator) setzt dabei einen neuen Standard zur nachhaltigen Arzneimittelproduktion. Das Projekt wurde mit dem Mission Innovation Net-Zero Industries Award 2023 ausgezeichnet, auf der UN-Klimakonferenz COP28 präsentiert und war Teil des österreichischen Pavillons der Expo 2025 in Osaka. Die im Betrieb gewonnenen Daten sollen auch an weiteren Takeda-Standorten weltweit genutzt werden.
Heimische Technologie für nachhaltigen Bergbau
Das heimische Unternehmen Liebherr zählt zu den größten Baumaschinenherstellern der Welt. Unterstützt durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Förderprogrammes „Zero Emission Mobility“ hat das Unternehmen sowohl einen Raupenbagger als auch einen Radlader mit Wasserstoffmotor entwickelt. Die beiden Fahrzeuge sind damit Teil der Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens. Erst kürzlich wurde bekannt, dass zukünftig 475 emissionsfreie Liebherr-Maschinen in australischen Minen zum Einsatz kommen werden und gemeinsam mit dem Unternehmen Fortescue an der Entwicklung von Technologien für emissionsfreies und autonomes Arbeiten von Maschinen im Bergbau geforscht wird.
Wärme aus der Tiefe für Wien
Im Dezember 2024 hat deeep, das Joint Venture von OMV und Wien Energie im Zuge der Errichtung der Tiefengeothermieanlage Aspern mit der ersten von drei Bohrungen in der Umgebung der Seestadt Aspern begonnen. Die rund 3.000 Meter tiefen Bohrungen stellen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung Wiens dar. In Kombination mit Wärmepumpen soll die Anlage nach Fertigstellung bis zu 20 Megawatt erzeugen und so rund 20.000 Haushalte über das Fernwärmenetz emissionsfrei versorgen. Das Projekt wurde durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Programmes „Tiefengeothermie“ gefördert und schafft eine wertvolle Entscheidungsgrundlage für die Nutzung der Tiefengeothermie für die Fernwärmeversorgung in der Zukunft.
Sanierung mit Tempo
Werden technologische Entwicklung und bauliche Umsetzung gezielt miteinander verknüpft, entstehen Projekte deutlich schneller und mit höherer Qualität. Wie viel Tempo dabei möglich ist, zeigt das Klima- und Energiefonds-Projekt Renvelope. Durch die serielle Sanierung beim Projekt in der Wiener Arenberggasse wird das greifbar – kurze Bauzeiten, minimale Belastung für Bewohner:innen und eine spürbare Reduktion von Energieverbrauch und Kosten.
Mehr erfahren:
– GreenBricks
– Hy4Smelt
– AHEAD
– Liebherr
– Deep
– Renvelope