Klimadiskurs: Relevanz von Wirtschaftsthemen verdreifacht

‏‏‎ ‎|‏‏‎ ‎Kontext-Institut/Impact Redaktion

Seit 2023 hat kein anderes Thema im Klimadiskurs so stark an Relevanz gewonnen, wie die Verknüpfung von Standort- und Wirtschaftspolitik mit Klimapolitik. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Ausgabe des Klimadiskurs-Monitorings des KONTEXT Instituts.

Klimapolitik wird zunehmend zur Standortfrage, Energiethemen stehen außer Streit, während bei Mobilität stark verschleppt wird. Das zeigt die dritte Ausgabe des Klimadiskurs-Monitorings des KONTEXT Instituts. Grundlage ist die Auswertung eine repräsentative Stichprobe klimapolitischer Aussagen, die von FORESIGHT codiert wurde. Die Analyse zeigt: Die Klimadebatte ist im Jahr 2025 insgesamt leiser geworden. Seit 2023 hat die Berichterstattung über Klimapolitik in den untersuchten Medien um ein Viertel abgenommen.

Jedoch blieb der Diskurs gleichzeitig auch überwiegend konstruktiv. Unternehmen und Energiebranche wurden dabei lauter, die Zivilgesellschaft etwas leiser. Die Notwendigkeit von Klimaschutz und insbesondere der Energiewende wird mittlerweile von fast allen relevanten Akteursgruppen anerkannt.

Fokus auf Energie und Standort

Energie dominiert und wird in 34 % aller Aussagen – überwiegend konstruktiv – thematisiert und diskutiert. Auch Wirtschaftspolitik und Standortfragen gewinnen stark an Relevanz und finden in 13 % der Aussagen erwähnung. Das ist zugleich der größte Zuwachs unter den Themenfeldern seit 2023. Bei Mobilität wird hingegen nach wie vor am stärksten verschleppt. Im Fokus stehen laut Kontext-Institut oft eher Scheinlösungen.Bei den konkreten Technologien stehen mit 41 % der technologiebezogenen Aussagen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. konstruktive Aussagen werden dabei insbesondere über den Ausbau von Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik getätigt.

Unter den Akteursgruppen prägen Politiker:innen den Diskusrs weiterhin am stärksten. Die Wissenschaft bleibt die wichtigste konstruktive Stimme während zivilgesellschaftliche Akteur:innen und Aktivist:innen an Sichtbarkeit verlieren. Unternehmen gewinnen hingegen stark an Einfluss, argumentieren aber häufiger auch verschleppend. Gerade bei Energiethemen beteiligt sich jedoch auch die Wirtschaft zunehmend konstruktiv.

„Der Diskurs über Wirtschafts- und Standortpolitik in Verbindung mit Klimapolitik ist überwiegend konstruktiv und stellt die Chancen der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit in den Mittelpunkt. Im verschleppenden Diskurs dominieren dagegen Ängste vor Veränderung und kurzfristige wirtschaftliche Risiken”, bestätigt auch KONTEXT-Studienautorin Anna Pixer.

Link:
Zum Klimadiskurs-Monitoring des Kontext Instituts

Grafiken: Kontext-Institut

Mehr zum Thema

Zero Waste Austria: Ressourcenschonung ohne Stress

What we’ve learned about wellbeing at work

Smarte Netze für Österreichs Energiewende

Was die Verpackungswende für Unternehmen bringt

Ich möchte mich bewerben. Benachrichtige mich!